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Was kostet eine unbesetzte Stelle wirklich? Berechnen Sie es in 30 Sekunden.

Leerer, moderner Büroraum

Jeder Tag Vakanz kostet – nicht nur Umsatz, sondern auch Teamkapazität.

Eine unbesetzte Stelle in einer Arztpraxis kostet im deutschen Durchschnitt rund 402 € Deckungsbeitrag pro Tag – bei einer MFA-Stelle konkret ca. 380 € täglichen Umsatzverlust. Die Formel „Cost of Vacancy" lautet: Jahresgehalt ÷ Arbeitstage × Faktor × Vakanzdauer. Bei Standard-Fachkräften (MFA, ZFA, PTA) liegt der Faktor bei 2,0, bei Schlüsselpositionen wie Praxismanagement oder DH bei 2,5–3,0. Für eine 6 Monate lang unbesetzte MFA-Stelle ergeben sich damit Vakanzkosten von rund 45.840 €. Eine Physiotherapeuten-Stelle bleibt 2025/2026 durchschnittlich 304 Tage vakant – das bedeutet Umsatzverluste zwischen 54.000 € und 85.000 € pro Jahr. Etwa 30 % der Vakanzkosten entfallen auf direkte Kosten (Recruiting, Überstunden, Leiharbeit), 70 % auf Opportunitätskosten wie entgangene Umsätze, Mitarbeiter-Überlastung, Patienten-Abwanderung und Produktivitätsverluste. Abwarten ist die teuerste Option – gerade dort, wo jeder Tag ohne Fachkraft messbar Umsatz kostet.

In einem Satz: Eine 6-Monate-Vakanz kostet eine durchschnittliche Praxis 27.000–60.000 € – ein Vielfaches dessen, was ein professionelles Recruiting-Setup kosten würde.


Vakanzkosten-Rechner – berechnen Sie es in 30 Sekunden

Berechnen Sie in 30 Sekunden, wie viel Ihre aktuell unbesetzte Stelle Ihre Praxis wirklich kostet.

[Vakanzkosten-Rechner-Widget einbinden – aus Recherche/04_Interaktive_Widgets/HTML_Vorlagen/vakanzkosten_rechner.html]

Eingabe-Parameter im Rechner:

  1. Jahresgehalt der unbesetzten Position
  2. Berufsgruppe (MFA, ZFA, Physio, Pflegekraft, Apotheker, PDL)
  3. Vakanzdauer bisher (Monate)
  4. Praxis-Typ (Klein, Mittel, Groß)

Output:

  • Geschätzte Gesamt-Vakanzkosten
  • Aufschlüsselung Direktkosten vs. Opportunitätskosten
  • Vergleich mit Lippe-Investition für Recruiting-System

Die Cost-of-Vacancy-Formel

Einfache Formel

Jahresgehalt ÷ Ø Arbeitstage × Faktor × Vakanzzeit = Cost of Vacancy

Erweiterte Formel

(Umsatzverlust + Opportunitätskosten + Direktkosten) × Vakanztage = Gesamt-Vakanzkosten

Direktkosten (30 % Anteil)

  • Recruiting-Kosten: Anzeigen, Headhunter, Eigene Zeit
  • Überstunden des Restteams
  • Leiharbeit / Springerkosten
  • Onboarding-Kosten der ersetzenden Kraft

Opportunitätskosten (70 % Anteil)

  • Entgangener Umsatz aus Patienten-/Kunden-Behandlungen
  • Patienten-Abwanderung zu Wettbewerbern
  • Wartezeit-bedingte Reputations-Schäden (negative Bewertungen)
  • Inhaberin springt selbst ein → strategische Arbeit bleibt liegen
  • Verzögerte Investitionen / Wachstumsprojekte
  • Folge-Fluktuationsrisiko (innere Kündigung im Restteam)

Faktor nach Position

Tabelle 1: CoV-Faktoren nach Berufsgruppe

PositionFaktorBegründung
Verwaltung / Backoffice1,5Geringerer direkter Umsatz-Einfluss
Standard-MFA / ZFA / PTA2,0Direkte Patienten-/Kunden-Betreuung
Pflegefachkraft2,2+ Versorgungsvertrag-Risiko
Physiotherapeut:in2,3Direkt umsatzverantwortlich (Heilmittel)
Praxismanagerin2,5Führungs-/Spezial-Einfluss
Dentalhygienikerin2,7Hochmargige IGeL-Leistungen
Pflegedienstleitung2,8+ Versorgungsvertrag + Personalverantwortung
Facharzt / Apotheker3,0Hochspezialisiert, starker Umsatz

Sechs konkrete Rechenbeispiele aus der Praxis

Beispiel 1: MFA-Stelle 6 Monate unbesetzt

  • Jahresgehalt MFA mit AG-Anteilen: 42.000 €
  • Tägliche Vollkosten: 42.000 ÷ 220 = 191 €/Tag
  • Faktor 2,0 × 120 Arbeitstage (6 Monate)
  • Vakanzkosten: 45.840 €

Beispiel 2: ZFA 3 Monate unbesetzt

  • Tagesverlust Praxis: 250–400 € (je nach Größe)
  • 60 Arbeitstage × 350 € (Schnitt) = 21.000 € Umsatzseite
  • Plus Recruiting- und Überstundenkosten: +6.000 €
  • Gesamt: ca. 27.000 €

Beispiel 3: Physiotherapeut 304 Tage unbesetzt (Branchen-Schnitt!)

  • 200 ausfallende Behandlungstage × 6 Behandlungen pro Tag
  • Mischpreis ca. 40 € × 1.200 Behandlungen = 48.000 € reiner Umsatzverlust
  • Plus Opportunitätskosten: +25.000 €
  • Plus Recruiting: +5.000 €
  • Gesamt: ca. 78.000 € pro Jahr

Beispiel 4: Pflegefachkraft 5 Monate unbesetzt

  • Jahresgehalt PFK mit AG-Anteilen: 56.000 €
  • Tägliche Vollkosten: 56.000 ÷ 220 = 255 €/Tag
  • Faktor 2,2 × 100 Arbeitstage
  • Direkter CoV: 56.100 €
  • Plus Springerkosten + MDK-Risiko: ca. +10.000 €
  • Gesamt: ca. 66.000 €

Beispiel 5: PDL 9 Monate unbesetzt

  • Jahresgehalt PDL: 72.000 €
  • Faktor 2,8 × 180 Arbeitstage
  • Direkter CoV: 165.000 €
  • Plus Folge-Fluktuation im Pflegeteam: +40.000 €
  • Gesamt: ca. 205.000 €

Beispiel 6: Facharzt-Vakanz 18 Monate

  • Praxis-Umsatz pro Facharzt: 25.000 €/Monat
  • 18 Monate × 25.000 € = 450.000 € Umsatzverlust
  • Plus Patienten-Stamm-Verlust dauerhaft: +unbezifferbar

Die unterschätzten 70 % Opportunitätskosten

Die direkten 30 % der Vakanzkosten (Recruiting, Leiharbeit, Überstunden) sind sichtbar. Die 70 % Opportunitätskosten sind unsichtbar – aber größer:

Sieben unsichtbare Vakanzkosten-Treiber

  1. Überstunden des verbleibenden Teams → erhöhtes Burnout-Risiko
  2. Kündigungsrisiko in der Restmannschaft („innere Kündigung")
  3. Patienten-Abwanderung – einmal abgesagte Termine kommen selten zurück
  4. Negative Online-Bewertungen wegen Wartezeiten
  5. Praxisinhaber springt selbst ein → strategische Arbeit bleibt liegen
  6. Verzögerte Investitionen / Wachstumsprojekte
  7. Team-Fluktuationsspirale – eine Kündigung zieht oft weitere nach sich

Quantifizierung typische Praxis 2026

Opportunitätskosten-TreiberSchaden (typische Praxis, 6 Monate Vakanz)
Patienten-Abwanderung5.000–10.000 €
Folge-Fluktuation (1 Kündigung)25.000 €
Reputations-Schaden3.000–8.000 €
Inhaber-Zeit (200h × 80€)16.000 €
Verzögerte Wachstumsprojektevariabel, oft 10.000–50.000 €
Summe Opportunitätskosten~60.000–110.000 €

Vergleich – Klassische Recruiting-Kosten vs. Schaden durch Vakanz

Tabelle 2: Recruiting-Kanäle 2026 im Kostenvergleich

KanalMonatskostenTreffer/MonatKosten pro Einstellung
StepStone-Anzeige (Pflege)1.200 €0–1 qualif. Bewerbungoft >10.000 €
Indeed-Anzeige500–800 €wenige Bewerbungenhoch
Zeitungsanzeige200–500 €kaumsehr hoch
Headhunter / Provision15–30 % Jahresgehalt1 Einstellung8.000–18.000 €
Eigenes Team-Recruiting1 FTE × Gehaltunklarhoch + Gehaltskosten
Social Recruiting (Lippe)individuellplanbar 5–15/Monatdeutlich niedriger

Faustregel

Wenn eine Vakanz mehr als 4 Wochen dauert, ist ein professionelles Recruiting-System fast immer günstiger als das Abwarten.


Die 304-Tage-Falle – warum die Vakanzdauer steigt

Eine Physio-Stelle bleibt im Durchschnitt 304 Tage unbesetzt – Tendenz +25 Tage pro Jahr seit 2023. Das ist kein Schicksal, sondern die Konsequenz, wenn ausschließlich klassische Kanäle bespielt werden.

Die 80 % passiv-wechselbereiter Fachkräfte suchen nicht auf Indeed. Sie scrollen durch Instagram, Facebook, manchmal LinkedIn. Wer diese Zielgruppe erreicht, halbiert die Vakanzdauer.

Mehr: Fachkräftemangel Gesundheitswesen →


Vakanzkosten in der Pflege – Versorgungsvertrag-Risiko

Bei Pflegeeinrichtungen kommt zur klassischen Vakanzkostenrechnung ein zusätzliches Risiko: das Versorgungsvertrag-Risiko.

Konsequenz unbesetzter Pflege-Stellen

  • Personalschlüssel-Unterschreitung → MDK-Auflagen, Belegungsstopp möglich
  • Tour-Streichung ambulant → Versorgungslücke, dauerhafter Patienten-Verlust
  • Springer-Stundensatz 2–3× über Stamm-Personal → Marge wird ruiniert
  • Folge-Fluktuation im Pflegeteam → Multiplikator-Effekt

Real-Schaden: 35.000–60.000 € pro Pflegekraft-Vakanz bei 3–6 Monaten.


Vakanzkosten in der Apotheke – Notdienst-Falle

In Apotheken kommt zur Vakanz die Notdienst-Falle:

  • Weniger PTAs → mehr Notdienst pro Person → höheres Wechselrisiko der verbleibenden
  • Notdienst-Lücke → Versicherungs- und Reputations-Risiko
  • Real-Schaden: 30.000–50.000 € pro PTA-Vakanz bei 3–5 Monaten

Vakanzkosten beim Facharzt – Praxis-Geist-Phase

Wenn eine Facharzt-Stelle 12+ Monate unbesetzt bleibt, gerät die Praxis in eine Geist-Phase:

  • Patienten-Stamm verteilt sich auf Wettbewerber
  • Praxis-Umsatz fällt monatlich um 10–15 %
  • Real-Schaden bei Allgemeinmediziner-Vakanz: 250.000–500.000 €/Jahr

Lippe-Fallstudien zur Vakanzkosten-Wirklichkeit

„Aufgrund der langen erfolglosen Mitarbeitersuche mussten wir tatsächlich die Praxis für mehrere Wochen dieses Jahr schließen und hatten erhebliche Umsatzeinbrüche."Matthias Juraschek, Hausarzt Handewitt · Quelle: Video-Testimonial

„Wenn ich keine Mitarbeiter habe, kann ich in so einem hochtechnisierten Bereich wie der Kardiologie nicht arbeiten."Dr. Karl-Heinz Keuper, Kardiologe Münster · Quelle: Video-Testimonial

„Worst Case wäre gewesen, dass wir die Versorgung nicht gewährleisten könnten für unsere Patienten und dann auch unseren Versorgungsvertrag nicht erfüllen können."Maximilian Franker, Pflegeteam Schwester Theresia · Quelle: Video-Testimonial

„Es gipfelte darin, dass zwei Vollzeitkräfte und eine Teilzeitkraft kündigten."Dr. Heike Kirchhoff, Dermatologie Telgte · Quelle: Video-Testimonial


Glossar – Vakanzkosten-Begriffe

Cost of Vacancy (CoV) – Internationale Bezeichnung für Vakanzkosten.

Faktor – Multiplikator zur Berücksichtigung des Umsatzbeitrags der Position.

Direktkosten – Sichtbare Vakanzkosten: Recruiting, Überstunden, Leiharbeit (~30 %).

Opportunitätskosten – Unsichtbare Vakanzkosten: entgangener Umsatz, Patienten-Verlust, Folge-Fluktuation (~70 %).

Innere Kündigung – Mitarbeiter:innen leisten nur noch Dienst nach Vorschrift; Vorstufe zur tatsächlichen Kündigung.

Springerkosten – Stundensatz für externe Aushilfskräfte (in Pflege oft 2–3× Stamm-Personal).

Versorgungsvertrag-Risiko – In Pflege: Personalschlüssel-Unterschreitung kann zur Aussetzung des Vertrags mit den Kassen führen.

Geist-Phase – Bei sehr langer Vakanz (12+ Monate): Patienten verteilen sich auf Wettbewerber, Praxis verliert Identität.

MDK – Medizinischer Dienst (Qualitätsprüfung in Pflegeeinrichtungen).

Folge-Fluktuation – Zusätzliche Kündigungen, die durch Überlastung des Restteams ausgelöst werden.


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FAQ – 18 Antworten zu Vakanzkosten

1. Was kostet eine unbesetzte Stelle im Schnitt? ~380–402 € Tagesverlust pro Standard-Fachkraft-Stelle.

2. Wie berechne ich die Cost of Vacancy? Jahresgehalt ÷ Arbeitstage × Faktor × Vakanzdauer.

3. Welcher Faktor gilt bei MFA-/ZFA-Stellen? 2,0.

4. Welcher Faktor bei Physio? 2,3 (direkt umsatzverantwortlich).

5. Welcher Faktor bei PDL? 2,8.

6. Welcher Faktor bei Facharzt? 3,0.

7. Wie viel Umsatz entgeht durch eine unbesetzte Physio-Stelle? 48.000 € reiner Umsatz + 30.000 € Opportunität = ~78.000 €/Jahr.

8. Warum sind Opportunitätskosten 70 %? Patienten-Abwanderung, Folge-Fluktuation, Inhaber-Zeit, Reputation.

9. Sind Recruiting-Agenturen wirklich günstiger als Inserate? Ab Vakanz > 4 Wochen meistens ja.

10. Was passiert bei längerer Unterbesetzung mit dem Team? Burnout-Risiko, „innere Kündigung", Folge-Fluktuation.

11. Wie lange bleibt eine MFA-Stelle durchschnittlich vakant? 180–220 Tage.

12. Wann ist Recruiting-Partner günstiger als Leiharbeit? Fast immer bei langen Vakanzen.

13. Was kostet meine Stelle konkret? → Rechner nutzen.

14. Was ist der teuerste Vakanzkosten-Treiber? Folge-Fluktuation und Patienten-/Kunden-Abwanderung.

15. Wann lohnt sich Headhunter? Bei Spezial-Rollen (Facharzt, PDL) – aber nur wenn schnelle Besetzung nötig.

16. Welche Versorgungsvertrag-Risiken gibt es bei Pflege? Personalschlüssel-Unterschreitung → MDK-Auflagen.

17. Wie reduziere ich Vakanzkosten am schnellsten? Sofort professionelles Recruiting-System aufsetzen.

18. Sind Vakanzkosten steuerlich absetzbar? Indirekt – über Recruiting-Kosten und Springer-Kosten.


Quellen & Autorenkasten

Externe Quellen

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Autoren-Box

Felix Lippe – Gründer & Geschäftsführer Lippe Personal. Seit 2017 ausschließlich auf medizinisches Recruiting spezialisiert.


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